12. September 2017 – Ich betrete zum ersten Mal meine Seminarschule, die Realschule am Europakanal in Erlangen. Hätte mir damals jemand erzählt, dass ich bereits eineinhalb Jahre später selbst anderen Lehrkräften „den Unterricht der Zukunft“ näherbringe, hätte ich ihn für verrückt gehalten. Ich ahnte noch nicht, dass meine Ausbildung im Seminar mich so weit bringen würde, im Mai 2019 an meiner Einsatzschule, der Johannes-Scharrer-Realschule Hersbruck, meine digitalen Medienkompetenzen im Rahmen einer SCHILF an meine dortige Englischfachschaft weitergeben zu dürfen – eine spannende Herausforderung.

Unter dem Titel „Einsatz von Mebis und digitalen Apps im Englischunterricht“ versuche ich, meinen Kolleginnen und Kollegen praxisorientiert zu vermitteln, was ich im DiBiS-Seminar 2017/18 lernte. Ich möchte ihnen zeigen, wie sie ihren Englischunterricht erfrischend „upgraden“ und die digitale Welt ins Klassenzimmer holen können. Dabei lege ich besonderen Wert darauf, nicht auf der „Substitution“ des SAMR-Modells stehen zu bleiben, sondern den Lehrerinnen und Lehrern zu demonstrieren, wie die digitale Bildung bis zur „Redefinition“ führen kann. Der erste Teil meiner SCHILF bezieht sich daher auf digitale Basiskompetenzen, wie z. B. das Einstellen von Dokumenten oder Links in Mebis („Substitution“). Im zweiten Teil beschäftigen wir uns mit dem Schaffen motivierender, digitaler Unterrichtssequenzen, die es so vorher nicht gab („Redefinition“). Zu diesem Zweck stelle ich einige konkrete Unterrichtsbeispiele für das Fach Englisch vor, beispielsweise ein „storyboard“ zum Thema „The civil rights movement / Rosa Parks“ zur Förderung des Writings und der interkulturellen Kompetenz. Auch gebe ich einen kurzen Einblick in H5P-Videos und zeige ein Beispiel zum Thema „The transcontinental railroad“ zur Förderung des Listenings in der 8. Klasse.

Im Multimediaraum der Staatlichen Realschule Hersbruck probieren meine Kolleginnen und Kollegen die Grundfunktionen von Mebis aus und erstellen selbst ein Vokabellernset mit der App Quizlet sowie eine „grammar exercise“ mit learningapps. Zum Schluss beschäftigen wir uns mit Einsatzmöglichkeiten des Tools StoryboardThat, mit dessen Hilfe motivierende Gesprächs-Anlässe im Englischunterricht geschaffen werden, was für die kommunikative Kompetenz unserer Schülerinnen und Schüler förderlich ist.

Nun haben meine Kolleginnen und Kollegen Schwimmflügel erhalten, die ihnen hoffentlich dabei behilflich sein werden, im „digitalen Ozean“ schwimmen zu lernen und ihn selbst weiter zu erkunden. Es bleibt daher zu hoffen, dass dem zielgerichteten Einsatz digitaler Medien zunehmend ein größerer Stellenwert für die Qualität des Unterrichts eingeräumt wird.

Jasmin Paré

Handout zur SCHILF:

SchiLF_Englischunterricht_Paré

Kategorien: DiBiS