{"id":311,"date":"2017-06-12T17:07:35","date_gmt":"2017-06-12T15:07:35","guid":{"rendered":"https:\/\/bayernedu.wordpress.com\/?p=311"},"modified":"2017-06-12T17:07:35","modified_gmt":"2017-06-12T15:07:35","slug":"auf-die-dynamik-kommt-es-an-ideen-zum-digitalen-pruefen-in-den-faechern-deutsch-und-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bayernedu.net\/index.php\/2017\/06\/12\/auf-die-dynamik-kommt-es-an-ideen-zum-digitalen-pruefen-in-den-faechern-deutsch-und-geschichte\/","title":{"rendered":"&#8222;Auf die Dynamik kommt es an&#8220; &#8211; Ideen zum Digitalen Pr\u00fcfen in den F\u00e4chern Deutsch und Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>Das &#8222;Digitale Pr\u00fcfen&#8220; ist sicher ein Knackpunkt, wenn sich die Digitale Bildung gerade auch bei skeptischen Kollegen durchsetzen soll. Nicht nur J\u00fcrgen Drewes fragte vor nicht allzu langer Zeit danach (<a href=\"https:\/\/drewesbloggt.com\/2017\/05\/01\/was-kommen-muss-digitale-pruefungsformen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/drewesbloggt.com\/2017\/05\/01\/was-kommen-muss-digitale-pruefungsformen\/<\/a>), auch der beliebte Bildungspodcast &#8222;Perlen von den S\u00e4uen&#8220; (<a href=\"https:\/\/youtu.be\/cxVMNBr-7_A\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/youtu.be\/cxVMNBr-7_A<\/a>) diskutierte in einer Folge dar\u00fcber, wie man zeitgem\u00e4\u00df pr\u00fcfen k\u00f6nnte und was es dazu ben\u00f6tigt. In diesem Artikel m\u00f6chte ich ausgehend von meinen F\u00e4chern Deutsch und Geschichte ein paar Leitlinien aufzeigen, wie man digital gest\u00fctzten Unterricht in traditionelle Noten oder Bewertungen \u00fcberf\u00fchren k\u00f6nnte. Wichtig ist mir dabei zu betonen, dass ich nicht unbedingt der Meinung bin, dass alles als Ziffernnote repr\u00e4sentiert sein muss. Aber diese Frage scheint mir doch eine allseits beliebte Ausrede daf\u00fcr zu sein, um derartige Unterrichtsideen nicht durchzuf\u00fchren, da man ja &#8222;Noten machen m\u00fcsse und f\u00fcr so etwas keine Zeit habe.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Voraussetzungen<\/strong><\/p>\n<p>An der bayerischen Realschule bin ich im Fach Geschichte pro Halbjahr verpflichtet, zwei kleine Leistungsnachweise zu erheben (davon eine &#8222;echte&#8220; m\u00fcndliche Note). Im Fach Deutsch ergeben sich zwei gro\u00dfe Leistungsnachweise (&#8222;Schulaufgaben&#8220;) und drei kleine Leistungsnachweise (davon eine &#8222;echte&#8220; m\u00fcndliche Note) pro Halbjahr. Sofern am Anfang des Schuljahres von der Fachschaftsleitung beantragt, darf in einigen Klassenstufen auch eine Schulaufgabe durch ein bewertetes Projekt ersetzt werden. Man sieht also: So viel Notendruck herrscht gar nicht!<\/p>\n<p><strong>Organisatorisches<\/strong><\/p>\n<p>Wenn ich auf digitale Pr\u00fcfungsformate setzen m\u00f6chte, ist es aus meiner Sicht unabdingbar, fl\u00e4chendeckend auf das Doppelstundenprinzip zur\u00fcckzugreifen &#8211; gerade auch aus p\u00e4dagogischen Gr\u00fcnden, wie ich sp\u00e4ter noch erl\u00e4utern m\u00f6chte. Es ist im 21. Jahrhundert nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df an der preu\u00dfischen 45-Minuten-Stunde festzuhalten! Digitales Arbeiten und Pr\u00fcfen verlangt gerade zu Beginn mehr Zeit und einen Arbeitsprozess, der im schlechtesten Fall am Montag in der 2. Stunde beginnt und dann am Freitag in der 6. Stunde wieder aufgegriffen werden soll. Digitale Bildung entsteht durch so manche Schulstruktur schon aus diesem Grund sicher nicht.<\/p>\n<p><strong>Vorhandenes<\/strong><\/p>\n<p>Ein &#8222;Kahoot&#8220; auswerten, einen Multiple-Choice-Test mit &#8222;Socrative&#8220; durchf\u00fchren, einen &#8222;Mebis\/Moodle&#8220; gest\u00fctzen Pr\u00fcfungsteil bearbeiten &#8211; das alles gibt es schon. Dabei sollte es aber nicht bleiben, auch wenn nach einmal durchgef\u00fchrter Erstellung f\u00fcr den Lehrer eine Zeitersparnis f\u00fcr weitere Durchg\u00e4nge winkt. Digitale Bildung ist das n\u00e4mlich nur am Rande &#8211; eigentlich eher digitales Bulimie-Klicken und ein gefundenes Fressen f\u00fcr Spitzerianer. Die oben genannten Beispiele sind maximal dazu da, um zu wiederholen, zu motivieren oder das Vorwissen der Sch\u00fcler zu eruieren. Ein ad\u00e4quates digitales Pr\u00fcfungsformat stellen sie nicht uneingeschr\u00e4nkt dar.<\/p>\n<p><strong>P\u00e4dagogische Aspekte<\/strong><\/p>\n<p>Der Artikel beginnt mit dem Halbsatz &#8222;Auf die Dynamik kommt es an&#8220;. Was meine ich damit? Ich bin der Meinung, dass gerade das &#8222;Digitale Pr\u00fcfen&#8220; dazu beitragen kann, dass Sch\u00fcler eine &#8222;dynamische Lernhaltung&#8220; aufbauen k\u00f6nnen. Das hei\u00dft, dass wir als Lehrer dazu kommen sollten, auch in Pr\u00fcfungssituationen folgende Grunds\u00e4tze zu beachten:<\/p>\n<p>&#8211; Der individuelle L\u00f6sungsweg sollte bewertet werden und nicht eine vorgegebene Musterl\u00f6sung<br \/>\n&#8211; Der Prozess des Bearbeitens der Pr\u00fcfungsaufgabe sollte mit in die Bewertung einflie\u00dfen (&#8222;Zwischennote&#8220;\/&#8220;Zwischenpunkte&#8220;)<br \/>\n&#8211; Die Aufgabe sollte so (lebens-)relevant gestellt werden, dass zumindest die M\u00f6glichkeit besteht, dass die Sch\u00fcler in eine Art &#8222;Flow-Erlebnis&#8220; kommen k\u00f6nnen<br \/>\n&#8211; Ein wie auch immer genanntes Produkt sollte als Endergebnis vorhanden sein<\/p>\n<p>Man sieht, dass die o. g. vorhandenen Beispiele hierunter nicht subsummiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Echte<\/strong> <strong>Differenzierung und Miteinbeziehung<\/strong><\/p>\n<p>Wenn man an die vielen unterschiedlichen M\u00f6glichkeiten denkt, die digitales Unterrichten erm\u00f6glicht, so kann aus meiner Sicht auch viel leichter eine echte Differenzierung bei der Aufgabenstellung erfolgen. Ziel ist das Produkt: Der Weg dorthin kann nat\u00fcrlich auch, wenn sinnvoller, mit analogen Elementen erfolgen. Es ist zudem w\u00fcnschenswert, vorab mit den Sch\u00fclern einen Bewertungskatalog festzulegen. Dies erleichtert auch die Arbeit der Lehrkraft, die noch etwas unsicher bzgl. des digitalen Unterrichtens ist. Soll z. B. ein Video-Tutorial erstellt werden, so ist sicher die Tonqualit\u00e4t, der Bild-\/Sprechanteil, die Beachtung der Urheberrechte oder die L\u00e4nge des Produktes pr\u00fcfungsrelevant. In jedem Fall w\u00fcrde ich ein Punktesystem vorschlagen, das immer individuell entsteht und mit der Klasse diskutiert wird. Sp\u00e4ter dient dieses dann als Pr\u00fcfungsprotokoll und sollte auch den Sch\u00fclern vorgelegt werden.<\/p>\n<p><strong>Konkrete Ideen<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr meine beiden F\u00e4cher w\u00fcrde ich nun eine sicher zu erg\u00e4nzende Liste von &#8222;Digitalen Pr\u00fcfungsformaten&#8220; vorlegen, die es in jedem Falle verdienen, zumindest einen kleinen Leistungsnachweis oder eine dieser uns\u00e4glichen Abfragen zu Beginn der Stunde zu ersetzen. Bedenken wir: Wo in freier Wildbahn m\u00fcssen wir Erwachsenen adhoc Rechenschaft ablegen ohne nachschlagen zu k\u00f6nnen? Ist die Abfrage nicht ein Disziplinierungs-Relikt aus der preu\u00dfischen 45-Minuten-Takt-Zeit??<\/p>\n<p><strong>Digitale Pr\u00fcfungsformate (teilweise auch Upgrades von traditionellen Pr\u00fcfungsformaten)<\/strong><\/p>\n<p>&#8211; Erstellung eines digital gest\u00fctzen Quiz \u00fcber Epochen, Grundwissensbegriffe, Gattungen (LearningApps, LearningSnacks, Mebis) incl. Ver\u00f6ffentlichung<br \/>\n&#8211; Eine digitale, kommentierte Zeitleiste erstellen<br \/>\n&#8211; Tonaufnahme eines Dialoges als Variante des szenischen Lesens (App &#8222;Opinon&#8220; &#8211; Unterrichtsbeispiel: Zwei Indianer diskutieren, ob sie den wei\u00dfen Siedlern helfen sollen &#8211; Grundlage: Quellenmaterial, Rechercheauftrag oder Vorwissen &#8211; Erweiterung als Podcast m\u00f6glich)<br \/>\n&#8211; Konzeption eines eigenen digitalen Schulbuchkapitels (App &#8222;Book Creator&#8220;) mit verschiedenen Medienformaten und Vergleich mit analogen Schulb\u00fcchern<br \/>\n&#8211; Materialgest\u00fctzte Er\u00f6rterung live &#8211; (Sch\u00fcler erhalten vor dem Schreiben des Aufsatzes ein Zeitfenster, um Material im Internet zu recherchieren und sich daraus handschriftlich Notizen zu machen)<br \/>\n&#8211; Standbilder zu Schl\u00fcsselszenen eines Textes bauen und mit Sprechblasen versehen, ggf. Comic-Strip gestalten<br \/>\n&#8211; Mindmap-Programme zum Gliedern oder Storytelling nutzen (Kriegsverl\u00e4ufe, Personenkonstellationen, etc.)<br \/>\n&#8211; Eigene H5P-Inhalte erstellen, z. B. anhand von vorhandenen Erkl\u00e4rvideos Fragen und Aktionen einbauen<br \/>\n&#8211; Einen &#8222;Actionbound&#8220; zur Stadtgeschichte erstellen und mit Parallelklassen durchf\u00fchren lassen<br \/>\n&#8211; Eigene Videotutorials erstellen, z. B. zur schriftlichen Bewerbung<br \/>\n&#8211; Verschiede Pr\u00e4sentationstools (Keynote, PowerPoint, Prezi &#8230;) kennenlernen, anhand eines konkreten Arbeitsauftrages durchf\u00fchren und bewerten<br \/>\n&#8211; Ein Rollenspiel, z. B. zu einem historischen Sachverhalt, durchf\u00fchren und filmen<br \/>\n&#8211; Ein Tafelbild zu einer Stunde \/ einem Dokumentarfilm erstellen, z. B. auch als Sketchnote<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde mich freuen, wenn ich einige weitere Beispiele aus der Community erhalten w\u00fcrde, die ich in diese Liste aufnehmen kann. Aus meiner Erfahrung zeigt sich, dass es nur ganz selten dazu kommt, dass ganz schlechte Produkte entstehen. Auch ist es bei ge\u00fcbteren Klassen nicht mehr notwendig, &#8222;App-Vorgaben&#8220; zu machen, da die Sch\u00fcler oft selbst am besten wissen, womit sie am besten klarkommen. In diesem Fall f\u00e4ngt sie nun dann ja wohl wirklich an &#8211; eine dynamische &#8222;Digitale Bildung&#8220; und das sogar im Rahmen einer vormals &#8222;ungeliebten&#8220; Pr\u00fcfungssituation.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das &#8222;Digitale Pr\u00fcfen&#8220; ist sicher ein Knackpunkt, wenn sich die Digitale Bildung gerade auch bei skeptischen Kollegen durchsetzen soll. Nicht nur J\u00fcrgen Drewes fragte vor nicht allzu langer Zeit danach (https:\/\/drewesbloggt.com\/2017\/05\/01\/was-kommen-muss-digitale-pruefungsformen\/), auch der beliebte Bildungspodcast &#8222;Perlen von den S\u00e4uen&#8220; (https:\/\/youtu.be\/cxVMNBr-7_A) diskutierte in einer Folge dar\u00fcber, wie man zeitgem\u00e4\u00df pr\u00fcfen k\u00f6nnte [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":313,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-311","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bayernedu.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/311","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bayernedu.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bayernedu.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bayernedu.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bayernedu.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=311"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/bayernedu.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/311\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bayernedu.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/313"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bayernedu.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=311"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bayernedu.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=311"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bayernedu.net\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=311"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}