{"id":181,"date":"2017-05-01T18:11:49","date_gmt":"2017-05-01T16:11:49","guid":{"rendered":"https:\/\/bayernedu.wordpress.com\/?p=181"},"modified":"2018-06-10T11:21:59","modified_gmt":"2018-06-10T09:21:59","slug":"digitale-bildung-im-seminar-im-widerstreit-mit-ohp-folien-und-schwammvorrichtungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bayernedu.net\/index.php\/2017\/05\/01\/digitale-bildung-im-seminar-im-widerstreit-mit-ohp-folien-und-schwammvorrichtungen\/","title":{"rendered":"Digitale Bildung im Seminar &#8211; Im Widerstreit mit OHP-Folien und &#8222;Schwammvorrichtungen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Kein Witz &#8211; zu Beginn meiner Referendariatszeit waren DVDs und TV\/Beamer-Kombinationen der letzte Schrei, wenn es um Medien im Geschichtsunterricht ging. Die OHP-Folien waren selten farbig und wenn man versuchte, sie zu archivieren, war im n\u00e4chsten Jahr meistens mehr Farbe in der Plastikh\u00fclle als auf dem Unterrichtsmedium selbst. Napoleon und Co. waren dann ungef\u00e4hr genauso schlecht identifizierbar als mancher gesuchter Gangster bei Aktenzeichen XY. Kurzum &#8211; ich w\u00fcrde diese Unterrichtsmaterialien als Seminarlehrer nicht mehr wirklich herzeigen wollen und habe diese mittlerweile auch gro\u00dfz\u00fcgig entsorgt.<\/p>\n<p>Von einer digitalen oder zeitgem\u00e4\u00dfen Bildung war da \u00fcbrigens noch nicht mal die Rede. Es ist sogar noch nicht allzu lange her, da wurde meinen Referendaren eindringlich vermittelt, man solle doch neben der (Kreide)-Tafel eine &#8222;Schwammvorrichtung&#8220; installieren, um etwaige Fehler schnell wegwischen zu k\u00f6nnen, und zwar bevor diese von der jeweiligen Seminarlehrkraft entdeckt werden.<\/p>\n<p>Wer mich ein bisschen kennt, wird sich sicher denken k\u00f6nnen, was ich meinen Referendaren darauf entgegnete. Gewinnbringende Fehlerkultur incl. souver\u00e4ner Umgang damit und sinnvoller Tafeleinsatz sehen im 21. Jahrhundert sicher anders aus.<\/p>\n<p>Basierend auf einer Idee von Micha Busch (<a href=\"https:\/\/smartclassroomlearning.org\/2015\/08\/30\/digitale-bildung-ein-berufsbegleitendes-schulinternes-lehrerfortbildungskonzept\/\">Schulinternes Lehrerfortbildungskonzept<\/a>) habe ich vor einiger Zeit auf Twitter mein Modell (&#8222;DiBiS&#8220;) f\u00fcr einen vielleicht fruchtbaren Umgang mit der &#8222;Digitalen Bildung&#8220; f\u00fcr Referendare gepostet. Dieses m\u00f6chte ich im Rahmen der Blogparade der #EduPnx noch einmal kurz kommentieren und zur Diskussion stellen. Es geht hierbei um alle Fachrichtungen, also nicht explizit um Geschichte. Insofern freue ich mich auf einen regen Austausch und Kommentare.<\/p>\n<p><strong>(&#8222;DiBiS&#8220; &#8211; kurz kommentiert):<\/strong><\/p>\n<p>Im <strong>Modul<\/strong> <strong>1<\/strong> sind alle Seminarlehrkr\u00e4fte angesprochen, letztlich w\u00e4ren hier auch die Experten in Psychologie und P\u00e4dagogik gefragt. Diese beiden F\u00e4cher werden bei uns an der Realschule als eigenes Fach in jeder Woche mit 90 Minuten gelehrt.<\/p>\n<p>Beim <strong>Modul<\/strong> <strong>2<\/strong> sehe ich auch die Systembetreuer (ja, erneut, lieber Kollege Stipberger) mit in die Seminararbeit integriert. Vermutlich ist es aber gut investierte Zeit. Wenn die Referendare gut mit der Technik umgehen k\u00f6nnen, setzen sie diese auch ein und achten sicher nicht weniger auf die Ger\u00e4te als &#8222;normale&#8220; Lehrkr\u00e4fte, wie die Erfahrung zeigt.<\/p>\n<p>Der Seminarleiter ist beim <strong>Modul<\/strong> <strong>3<\/strong> der entscheidende Faktor. Ihm obliegt es, neben den schulrechtlichen Basics auch die rechtlichen Leitlinien f\u00fcr das &#8222;digitale Arbeiten&#8220; zu eruieren. So wird Schulrecht auch gleich etwas praxisbezogener.<\/p>\n<p>Die Hauptlast bei den <strong>Modulen<\/strong> <strong>4<\/strong> \/ <strong>5<\/strong> liegt dann sicher bei den jeweiligen Seminarlehrkr\u00e4ften in den einzelnen F\u00e4chern. Hier sollte man mit gutem Beispiel vorangehen und immer wieder Elemente des &#8222;digitalen Unterrichtens&#8220; ausprobieren. Dies kann auch im Rahmen des w\u00f6chentlichen Lehrbeispiels erfolgen. Wenn man uneitel an die Sache herangeht, kann man sicher auch seinen Referendaren die Angst vorm Perfektionismus nehmen. Ich selbst hatte schon \u00f6fter bahnbrechende Einf\u00e4lle, die sich dann als gut maskierte Flops erwiesen, &#8230;<\/p>\n<p>&#8230; welche man dann gemeinsam im <strong>Modul<\/strong> <strong>6<\/strong> reflektieren und analysieren kann. Auch hier bieten sich wieder Ankn\u00fcpfungen zur Lernpsychologie und P\u00e4dagogik an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kein Witz &#8211; zu Beginn meiner Referendariatszeit waren DVDs und TV\/Beamer-Kombinationen der letzte Schrei, wenn es um Medien im Geschichtsunterricht ging. Die OHP-Folien waren selten farbig und wenn man versuchte, sie zu archivieren, war im n\u00e4chsten Jahr meistens mehr Farbe in der Plastikh\u00fclle als auf dem Unterrichtsmedium selbst. 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