{"id":1470,"date":"2018-09-20T18:04:52","date_gmt":"2018-09-20T16:04:52","guid":{"rendered":"https:\/\/bayernedu.net\/?p=1470"},"modified":"2018-11-28T17:35:45","modified_gmt":"2018-11-28T16:35:45","slug":"kokonstruktion-der-einzig-wahre-mehrwert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bayernedu.net\/index.php\/2018\/09\/20\/kokonstruktion-der-einzig-wahre-mehrwert\/","title":{"rendered":"Kokonstruktion &#8211; der einzig wahre Mehrwert?"},"content":{"rendered":"<p>Zombiesk treibt sich derzeit wieder die Diskussion \u00fcber den Mehrwert des digital unterst\u00fctzten Lehrens und Lernens durchs Twitterlehrerzimmer. Die Mutter aller Debatten im Digitalbereich ist einfach nicht tot zu kriegen. Medien klammern sich an diesen Begriff bei gut gemeinten, aber nicht immer sauber recherchierten Beitr\u00e4gen \u00fcber Schulbesuche von Flensburg bis F\u00fcssen. Experten aller Art reden und schreiben sich beinahe um Kopf und Kragen und driften teilweise ins Pers\u00f6nliche ab. Ein Zustand, den man vor allem deshalb anprangern kann, weil, so scheint es mir, wertvolle Zeit f\u00fcr den eigentlichen Kern unserer Arbeit &#8211; die Unterrichtsentwicklung &#8211; ungenutzt verstreicht.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich habe auch ich kein Patentrezept f\u00fcr dieses &#8222;Problem&#8220;, das momentan vielleicht ja auch nur bei mir verst\u00e4rkt wie ein Pop-Up-Fenster aufploppt. Gerne lasse ich mich auch \u00fcberzeugen, dass mich mein Gef\u00fchl tr\u00fcgt. Trotzdem stelle ich als These in den Raum, dass dieses Feeling bei mir entsteht, weil ich mich zu sehr in der &#8222;Digi-Filterblase&#8220; bewege.<\/p>\n<p>Ich komme darauf, weil ich in der letzten Woche den <strong><a href=\"https:\/\/www.deutsche-schulakademie.de\/kongress2018\/\">Kongress der Dt. Schulakademie &#8222;Nicht mehr allein! Gute Schulen kooperieren!&#8220;<\/a><\/strong> besucht habe. Eine der wenigen Veranstaltungen in den letzten Monaten, die nicht mit &#8222;unserem Lieblingsthema&#8220; als explizitem Aufh\u00e4nger arbeitete &#8230; und das war auch gut so.<\/p>\n<p>Einen besonderen Impuls erhielt ich neben dem gewinnbringenden Austausch mit vielen Kollegen vor allem durch den Einstiegsvortrag von <strong><a href=\"https:\/\/www.ifb.uni-wuppertal.de\/arbeitsbereiche\/lehr-lern-und-unterrichtsforschung\/graesel-cornelia-prof-dr.html\">Prof. Dr. Cornelia Gr\u00e4sel (Bergische Uni Wuppertal)<\/a><\/strong>, die sich mit der Rolle der Kooperation und deren Wirken auf Schulinnovationen besch\u00e4ftigte. Ihr Begriff der sog. <strong>&#8222;Kokonstruktion&#8220;<\/strong> zeigte f\u00fcr mich deutlich, woran es vielleicht gerade bei uns digitalaffinen Lehrkr\u00e4ften teilweise noch fehlt. Sie definierte dieses Konzept n\u00e4mlich als &#8222;gemeinsames Arbeiten an komplexen Aufgaben, das nicht nur dem Kompetenzerwerb dient, sondern im Idealfall mit einer erheblichen emotionalen Entlastung verbunden ist&#8220;. Als conditio sine qua non sind daf\u00fcr aber ein gewisser Ressourcenaufwand und die Einschr\u00e4nkung der eigenen Autonomie auszuhalten. Zudem muss eine stabile Vertrauensbasis bei allen Beteiligten vorhanden sein. Nat\u00fcrlich gibt es viele Beispiele &#8211; gerade auch aus dem Twitterlehrerzimmer &#8211; die dies bewusst\/unbewusst umsetzen. Die Breite erreichen diese Initiativen aber wohl (noch) nicht.<\/p>\n<p>Mir scheint, dass gerade aber dieses Konzept der Kokonstruktion in besonderem Ma\u00dfe geeignet ist, jetzt endlich und wirklich einen Mehrwert daf\u00fcr zu generieren, dass der Unterricht im Fokus unserer Anstrengungen liegen sollte. Ein Projekt wie das absolut gelungene\u00a0<strong><a href=\"https:\/\/digitallearninglab.de\/\">Digital Learning Lab in Hamburg<\/a><\/strong> kann nur durch Kokonstruktion entstanden sein. Stolpern wir also in unseren Anstrengungen nicht \u00fcber theoretische Maulwurfsh\u00fcgel, was laut Konfuzius n\u00e4mlich sogar \u00f6fter vorkommt als das Scheitern an unerklimmbar scheinenden Bergen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zombiesk treibt sich derzeit wieder die Diskussion \u00fcber den Mehrwert des digital unterst\u00fctzten Lehrens und Lernens durchs Twitterlehrerzimmer. Die Mutter aller Debatten im Digitalbereich ist einfach nicht tot zu kriegen. 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